Bericht von der Kammerversammlung PtK NRW am 4.12.2009

Erfreulich war, dass zu den Themen "Prüfung der Richtlinienverfahren“ und "Zukunft der Psychothera-peuten-Ausbildung“ eine differenzierte Diskussion quer durch die Fraktionen geführt wurde.
Unerfreulich war, dass die Aussprache zum Bericht des Vorstandes - das Herzstück jeder Kammerversammlung - erneut in der schon bekannten Weise vom Fraktionsvorsitzenden der Kooperativen Liste (DPTV) mittels eines Geschäftsordnungsantrags auf Schluss der Debatte abgewürgt wurde.
Lebendig und informativ war der Vortrag des Kollegen Dr. Ali Kemal Gün, Köln, zum Thema „Psychotherapie im interkulturellen Kontext“.


Teufelskreis nach BSG-Urteil
Vertiefte Ausbildung in Systemischer und Gesprächspsychotherapie nur auf dem Papier möglich

Auf Antrag der Fraktionen VPP, QdM und OWL wurde der Vorstand beauftragt, durch geeignete Initiativen gegenüber dem zuständigen Ministerium des Landes NRW darauf hinzuwirken, dass die Ausbildung in den Psychotherapieverfahren ermöglicht wird, die neben den Richtlinienverfahren zur vertieften Ausbildung zugelassen sind oder noch zugelassen werden.
Derzeit sind Gesprächpsychotherapie und Systemische Therapie zwar von den zuständigen Landesbehörden zur vertieften Ausbildung zugelassen; diese Zulassung steht aber nur auf dem Papier: Faktisch konnte schon bisher der Ausbildungsbetrieb nicht aufgenommen werden, da die Ausbildung je Ausbildungsteilnehmer ca. € 40.000 teurer ist als die Ausbildung in einem Richtlinienverfahren. Zudem wären die Absolventen in ihrer Berufsausübung auf die stationäre Versorgung beschränkt.
In der Folge der BSG-Urteile vom 28.10.2009 ist die Ausbildung in neuen Verfahren jetzt auch rechtlich ausgeschlossen, da das gesetzlich geforderte Ausbildungspersonal nicht zur Verfügung steht. Supervision und Selbsterfahrung müssen von Psychotherapeuten durchgeführt werden, die die Fachkunde in dem Vertiefungs-verfahren nachweisen können. Dieser Nachweis kann aber erst nach einer Ausbildung in dem Vertiefungsverfahren erreicht werden. Das ist aber wegen des fehlenden Personals gar nicht möglich.

Kammervorstand verweigert Beitragsreduzierung
Die VPP-Fraktion hatte Anträge zu einer sparsamen und gleichzeitig wirtschaftlichen Mittelverwendung eingebracht und in diesem Zusammenhang eine Beitragssenkung sowie die Anschaffung einer Immobilie gefordert.
Grundlage dieser Anträge war, dass - u. a. durch die drastische Erhöhung des Kammer-beitrags im Jahr 2007 - die Kammer über erhebliche Überschüsse verfügt.
Diese Überschüsse wurden der allgemeinen Rücklage wie auch bestimmten Vorhaben zugeführt: so wurde eine Rücklage für die Durchführung der nächsten Kammerwahl gebildet und ein Fond für die Begleitung der Einführung des elektronischen Heilberufsausweises.
Die allgemeine Rücklage ist über eine Million angestiegen.
Da abzusehen ist, dass auch in den nächsten Jahren ein erheblicher Überschuss erzielt werden wird, hält die VPP-Fraktion die Senkung des Kammerbeitrages um mehr als 50 € für unerlässlich.
Die beiden Rechtsanwaltskammern Düsseldorf und Köln erheben seit jeher Beiträge von unter 260 €. Sie sind in der Größe mit der PtK NRW zu vergleichen, haben aber wesentlich mehr Aufgaben.
Vorstand will kein „Eigenheim“
Die Forderung, einen Teil der Rücklage und die jährlichen Mietaufwendungen für die Finanzierung einer Immobilie zu verwenden, fand schon gar keine Gegenliebe.
Obwohl vorgerechnet werden konnte, dass die Finanzierung einer Immobilie den Kammerhaushalt weniger belastet als die gegenwärtigen Mietaus-gaben, wurde der Antrag abgelehnt - aber immerhin wieder mal zur Prüfung an den Finanzausschuss überwiesen. Die Immobilienfrage war bereits 2006 im Finanzausschuss diskutiert und abschlägig beschieden worden (die Kammervorstandskoalition hat und hatte natürlich auch hier eine Mehrheit).


Psychotherapeutenjournal (PJ):
Gleichschaltung zum Zentralorgan?

Den Protokollen der Vorstandssitzungen - im Vorstandsbericht an die Kammerversammlung wurde das Thema verschwiegen - konnte entnommen werden, dass der Vorstand erwägt, aus dem gemeinsamen Herausgebervertrag mit den anderen Landespsychotherapeutenkammern auszusteigen.
Bisher ist die Herausgeberschaft föderalistisch organisiert: jede Landeskammer ist im Redaktions-beirat vertreten. Dieses föderalistische Prinzip gewährleistet liberale Vielfalt, die wohl durch die ausschließliche Anbindung an die BPtK nicht mehr gegeben wäre.
Als Grund wurde genannt, es gäbe inhaltliche Differenzen zur Konzeption des PJ; es sei eben anzustreben, dass das PJ allein von der BPtK herausgegeben werde.
Die Kammerversammlungsmitglieder der Opposition wussten nach der Beantwortung der Fragen nicht mehr als vorher.


Headhunter resigniert? Geschäftsführer nicht in Sicht
Kienbaum, eine bundesweit agierende Personal-Agentur, habe dem Vorstand mitgeteilt, dass er nach seinen bisher vergeblichen Bemühungen, der Kammer einen geeigneten Geschäftsführer zu offerieren, nunmehr auf dem Markt - und nicht mehr über die ihm zur Verfügung stehenden Dateien und Kanäle - nach geeigneten Bewerbern suchen werde, zum Beispiel über Zeitungsanzeigen.Das könnte man - wenn man nicht äußerst wohlgesonnen wäre - auch als Bankrotterklärung verstehen.
Alle anderen Kammern haben - überwiegend in jahrelanger Personalkontinuität - fest etablierte Geschäftsführer.
Das wirft Fragen auf:
- Gibt es auf dem Personalmarkt keine geeignete Person, die an der inhaltlich und materiell attraktiven Position eines Geschäftsführers der größten Landeskammer in Deutschland interessiert ist?
- Hat die Kammer die infrage kommenden Interessenten sämtlich verbrannt?
- Wurden die von Kienbaum in den vergangenen Jahren bereitgestellten Bewerber für untauglich befunden, damit die Kammer weiter ohne Geschäftsführer agieren kann?
Der Vorstand weigert sich seit Jahren beständig, einen Geschäftsverteilungs- und Organisationsplan vorzulegen. Begründung: man möchte einer GeschäftsführerIn nicht vorgreifen.


Prüfung der Richtlinienverfahren
Obwohl die Prüfung der Richtlinienverfahren - je nach Geschmack - nur als Farce oder als Komödie verstanden werden kann, wurde Besorgnis hinsichtlich des Ausgangs der Überprüfung insbesondere seitens der Vertreter der sogenannten psychodynamischen Verfahren deutlich.
Die BPtK hat in ihrer Stellungnahme gegenüber dem gemeinsamen Bundesausschuss gefordert, dass alle psychodynamischen Varianten zu einer "Psychodynamischen Psychotherapie (PP)" vermengt werden sollten.
Das widerspräche sowohl dem Ausbildungs-recht, den Psychotherapie-Richtlinien als auch den Psychotherapie-Vereinbarungen, insofern dort tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP) und analytische Psychotherapie (AP) unterschieden werden.
Im "psychodynamischen Lager" wurde dazu in der Kammerversammlung die Kontroverse hinsichtlich der Zusammenführung von TP und AP deutlich.
Insbesondere für die AP wird befürchtet, dass die Langzeittherapie dieser Verschmelzung geopfert werden könnte.


Wahlprüfsteine – njet!?
Die Anträge des VPP, der einen Redaktions-beirat für den NRW-Kammer-Newsletter forderte und ein Antrag zur Transparenz und Wissenschaftlichkeit des WBP wurden nicht behandelt, weil pünktlich um 18 h ein Mitglied der Vorstandskoalition die Schließung der Veranstaltung beantragte.
Als Kompromiss konnte gerade noch erreicht werden, dass der VPP-Antrag, den Parteien vor der Landtagswahl NRW einen Fragenkatalog zur Gesundheitspolitik (Gesundheitspolitische Prüfsteine) vorzulegen, noch erläutert und abgestimmt werden konnte.
Der Antrag wurde allerdings aus nicht nachvollziehbaren Gründen abgelehnt.
2010-01-06 koh/gvm/ug/pme

Wir haben die Wahl nicht gewonnen – Aber wir haben unsere Sitze  von ursprünglich 6 auf 10 (von 68) erhöhen können

Ihnen allen herzlichen Dank für das Vertrauen, das Sie bei der Wahl zur Kammerversammlung den Listen des VPP ausgesprochen haben.

Der VPP wird die stärkste Oppositionspartei sein.

Der VPP hatte prozentual dort, wo er angetreten ist,  den stärksten Stimmenzuwachs von allen Gruppierungen.

Die konstituierende Kammerversammlung wird am Samstag, 29. August 2009 (ab 11 h) im Reinoldinum in Dortmund stattfinden.

Die Sitzung ist öffentlich, d.h., Sie alle können daran teilnehmen.

Die neue Fraktion VPP

Vorsitzender:
Peter Müller-Eikelmann (PP-WL)

Stellvertreterin:

Uschi Gersch (PP Köln)

Birgit Dürfeld  (PP-WL)
Karl-Otto Hentze (PP Köln)
Norbert Häcker (KJP Köln)
Uli Meier (PP Köln)
Dr. Gabriele Ostkirchen (PP Düsseldorf)
Annegret Stäwen (PP-WL)
Hans-Werner Stecker (PP Düsseldorf)
Gerhild v. Müller (PP Köln)

Im Wahlbezirk Ostwestfalen-Lippe (OWL), in dem wir nicht kandidiert haben, hat die mit uns kooperierende Liste „Psychotherapeuten OWL“, die organisiert wird vom dortigen "Arbeitskreis niedergelassener Psychologischer Psychotherapeuten (APP)", 4 weitere Sitze gewonnen.

Die vollständigen Wahlergebnisse finden Sie auf der Homepage der Psychotherapeutenkammer unter Aktuelles: 
www.ptk-nrw.de

 

 

Wahlen zur Psychotherapeutenkammer NRW

Sehr geehrte Frau Kollegin,
sehr geehrter Herr Kollege,

willkommen auf der Homepage der Wahlliste PsychotherapeutInnen NRW.

Hier möchten wir Sie über die bevorstehenden Wahlen zur Kammerversammlung der Psychotherapeutenkammer NRW und über unsere berufspolitischen Vorstellungen informieren.

Wir freuen uns über Ihr Interesse an unserer Arbeit und sehen Ihrer aktiven Beteiligung und Ihren Fragen an uns gerne entgegen.

Wenn Sie uns über e-Mail erreichen möchten, so können Sie das über die Kontaktmöglichkeit im linken Menue bewerkstelligen. Sie können natürlich auch Uschi Gersch oder andere Mitglieder der Wahllisten PsychotherapeutInnen NRW direkt anmailen.

Hier die e-Mail-Adressen der jeweiligen Ansprechpartner für die Wahllisten der  PsychotherapeutInnen NRW:

Wahlbezirk Köln                   Uschi Gersch

Wahlbezirk Düsseldorf       Hans-Werner Stecker

Wahlbezirk Arnsberg           Peter Müller-Eikelmann

Wahlbezirk Köln KJP           Norbert Häcker

Im Wahlbezirk Ostwestfalen-Lippe (OWL) kooperieren die PsychotherapeutInnen NRW mit der Wahlliste Psychotherapeuten OWL, die organisiert wird vom dortigen "Arbeitskreis niedergelassener Psychologischer Psychotherapeuten (APP)"

 

Wahlprogramm in Stichworten

  1. Die durch die Approbation erworbene umfassende Behandlungsberechtigung muss erhalten bleiben. Deshalb: Fortbildung? Ja! Weiterbildungsordnung? Nein, danke!
  2. Die vom Kammervorstand NRW angestrebte Weiterbildungsordnung zerspaltet diese umfassende Behandlungsberechtigung.
  3. Wir bestreiten jeder Institution das Recht, unter den Kammermitgliedern auszuwählen, wer zur Behandlung der Krankenversicherten zugelassen wird.
  4. Alle Kammermitglieder sind gleich – das Kartell gegen Minderheiten, die ihre Approbation in Nicht-Richtlinienverfahren erworben haben, muss beendet werden.
  5. Wir engagieren uns gegen die sogenannte „Direktausbildung“. An Hochschulen ist eine psychotherapeutische Ausbildung mit Theorie, Selbsterfahrung und supervidierter Praxis nicht zu verwirklichen.
  6. Wir engagieren uns gegen die Bevormundung durch den wissenschaftlichen Beirat und seine Forderung, in Psychotherapie symptombezogen auszubilden. Der Symptom-Techniker darf keine Zukunft haben.
  7. Der Kammerbeitrag muss unter 300 € gesenkt werden.
  8. Das Versorgungswerk muss neu aufgestellt werden: Verwaltungskosten und Ertrag müssen überprüft werden. Vor allem die jungen KollegInnen müssen entlastet werden.
  9. 5 Geschäftsführer in weniger als 7 Jahren! Die Ressourcen-Vergeudung muss ein Ende habe.
  10. In unserer Arbeit erfahren wir „stündlich“ individuelles Leid, in dem sich gesellschaftliches Elend spiegelt. Das verpflichtet die Kammer zu gesellschaftspolitischer Stellungnahme.

 

Probeelternschaft von Jugendlichen mit Leihbabys

Die KanidatInnen von PsychotherapeutInnen NRW und KJP NRW verurteilen scharf alle Versuche, die mit Kindern und/oder Erwachsenen angestellt werden. Babys zu unterhaltenden und voyeuristischen "Versuchs"zwecken von Eltern zu trennen, ist unethisch, inhuman und schafft schwere Traumatisierungen.

PsychotherapeutInnen NRW - Liste Köln

Dipl.-Psych. Uschi Gersch

Dipl.-Psych. Uli Meier

Dipl.-Psych. Karl-Otto Hentze

Dipl.-Psych. Gerhild von Müller

Privatdozent Dipl.-Psych. Dr. Philipp Hammelstein

Dipl.-Psych. Hans Schumacher

Dipl.-Psych. Anja Simon

Dipl.-Psych. Sascha Malsbender

Dipl.-Psych. Uschi Grob

Dipl.-Psych. Helga Odendahl

 

PsychotherapeutInnen NRW - Liste Düsseldorf

Dipl.-Psych. Hans-Werner Stecker

Dr. Dipl.-Psych. Gabriele Ostkirchen

Dipl.-Psych. Martina Barkschat

Dipl.-Psych. Gerd Suchmann

Dipl.-Psych. Dagmar Fritsch-Horn

Dr. Dipl.-Psych. Andreas Maluck

 

PsychotherapeutInnen WL - Liste Arnsberg

 Dipl.-Psych. Peter Müller-Eikelmann

Dipl.-Psych. Annegret Stäwen

Dipl.-Psych. Birgit Dürfeld

Prof. Dr. Dipl.-Psych. Rainer Sachse

Dipl.-Psych. Anke Judtka

Dipl.-Psych. Annette Willeke

Dipl.-Psych. Johannes Rocholl

Prof. Dr. Dipl.-Psych. Manfred Heck

Dipl.-Psych. Jana Fasbender

Dipl.-Psych. Anke Schümer-Kohrs

Dipl.-Psych. Thomas Graumann

PsychotherapeutInnen NRW - Liste KJP Köln

Dipl.-Psych. Norbert Häcker, KJP (TP)

Christa Jonas, KJP (TP)
 
Mona Lang, KJP (TP/PA)
 
Petra Palmbusch, KJP (VT)
 
Petra Pennings, KJP (TP)